Tausende auf der Straße gegen Reallohnverlust und Sozialkürzungen

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Gestern sind wir für bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und gegen die geplanten Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich auf die Straße gegangen.

Bilder auch in den sozialen Medien des Betriebsrats: Instagram / Facebook

Mit vielen Kolleg:innen aus weiteren Betrieben (die lange Liste findest du unten) aus der Sozialwirtschaft versammelten wir uns gestern mittags vor dem Parlament. Betriebsrät:innen und Basiskolleg:innen protestierten in ihren Redebeiträgen für eine Verbesserung unserer Rahmenbedingungen in der Arbeit und gegen die desaströsen Kürzungsmaßnahmen im Sozial-, Gesundheits-, Kultur- und Bildungsbereich der Stadt Wien. Wir konnten ein starkes, gemeinsames Zeichen im Rahmen der Protestbetriebsversammlungen setzen. Für einen nicht abgesprochenen Redebeitrag eines Studenten, der seine Rede mit Schimpfwörtern gespickt hat, wollen wir uns entschuldigen.*

Für die BiM-Belegschaft gab es beim Parlament nach einer Info von Selma aus den Kollektivvertrags-Verhandlungen starke Reden von Dilek und Havva, die die Anliegen der Assistent:innen der FZP klar aussprachen. Außerdem argumentierte unsere Kollegin Marina, warum es uns wert sein muss, trotz Minusstunden auf die Straße zu gehen. Bestens verpflegt wurden wir dabei von engagierten Kolleg:innen, die mit ihrem Wohnwagen die Demo begleiteten und Tee zur Verfügung stellten – vielen Dank dafür!

Durch Chantal und Samuel toll moderiert, marschierten wir zum Rathaus und drückten unsere Entschlossenheit und unseren Ärger aus. Ceren und David stellten dort klar, was unsere Forderungen sind und dass es notwendig sein wird, dafür gemeinsam aktiv einzustehen.

Mit der Frage an euch: „Bist du bereit, noch vor dem Budgetbeschluss der Stadt Wien im Dezember für die Durchsetzung unserer Forderungen einen Warnstreik durchzuführen?“ haben wir einen einstimmigen Streikbeschluss gefasst und zeigten dem Bürgermeister und der Stadtregierung, zu tausenden die rote Karte.  

Danach setzen wir ein Zeichen im Rahmen der Aktion #stillgelegt, die weltweit für Frauen*Streik und Carestreik und damit eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen all jener eintritt, die in der Arbeit und Zuhause die Carearbeit leisten! Den Temperaturen entsprechend legten wir uns dabei aber nicht auf den Boden, sondern gingen in die Hocke.

Als Abschluss trafen wir bei der Kundgebung der Gewerkschaften GPA und vida am Platz der Menschenrechte ein, an der sich noch viele Kolleg:innen aus anderen Betrieben beteiligten. Unsere Betriebsratsvorsitzende Selma Schacht konnte dort unseren Widerstand, Wut und Kampfbereitschaft am Platz der Menschenrechte in ihrer Rede ausdrücken. Denn: „Wir sind streikbereit!“

Hier eine Auswahl jener Betriebe, die sich an der Demo beteiligt haben:

Arbeitersamariterbund-WSD, BiM, Cardo, Familienbund, HABIT – Haus d. Barmherzigkeit Inklusionsteam, IFEP – Institut für Erlebnispädagogik, Juvivo – Jugendarbeit, Parkbetreuung, FAIR-PLAY-TEAMs, KUS – Kultur- und Sportverein der Wiener Berufsschulen, LOK – Leben ohne Krankenhaus, Neunerhaus, SDW – Sucht- und Drogenkoordination Wien, Verein GiN – Gemeinwesen, Inklusion, Normalisierung, Verein Jugendzentren, WAG – Wiener Assistenzgenossenschaft

Beteilige Initiativen

AG SOS – Solidarität ohne Sparzwang (Wohnungslosenhilfe), Amerlinghaus, KNAST – Kritisches Netzwerk Aktivistischer Studierender Sozialer Arbeit, MUT – setzt sich für die Versorgung von ME-Erkrankten Menschen ein, St. Marx für alle, Sozial, aber nicht blöd

*Ergänzung: Entschuldigung des Betriebsrats für einen nicht abgesprochenen Redebeitrag bei der Protest-Betriebsversammlung am 26.11.2025

 Auf Vorschlag von Kolleg:innen möchten wir uns als Betriebsrats-Team nochmals für einen nicht-abgesprochenen Redebeitrag am entschuldigen. Wir können die Kritik nachvollziehen. Der Redebeitrag wurde uns als Beitrag einer kritischen Initiative von Studierenden angekündigt und war seinem Inhalt nach mit uns vorher nicht abgesprochen.

 Er enthielt viele polarisierende politische Meinungen und viele Schimpfwörter. Leider haben wir es als Moderation in dem Moment verabsäumt, schneller zu reagieren und den Redebeitrag zu unterbrechen – wir entschuldigen uns für diesen Fehler und haben dies auch am Teil-Streik von Teamdelegierten und Teamvertreter:innen 4.12. so besprochen. 

Als für die Moderation verantwortlicher Betriebsrat ist Samuel gerne erreichbar für Rückmeldungen: 0664 88568334. Der betreffenden Gruppe werden wir in Zukunft in dieser Form keine Redezeit mehr auf unseren Kundgebungen einräumen und unsere Kritik auch deutlich mitteilen. Wir denken, dass dieser Fehler den Erfolg unseres gemeinsamen Zusammenhalts nicht schmälert. Denn: Gemeinsam sind wir stark.

Auszug Presseberichte:

ORF: Sozialwirtschaft gibt sich „streikbereit“

Salzburger Nachrichten: Beschäftigte der Sozialwirtschaft sind „streikbereit“

ZIB 13:00: Sozialwirtschaft KV geht in dritte Verhandlungsrunde

Der Standard (Video): Sozialwirtschaft protestierte wegen stagnierender Lohnverhandlungen

MeinBezirk.at: Sozial-, Bildungs- & Gesundheitsbereich mit Demo in Wien

Der Standard: Tausende bei Taxler-Demo und Gewerkschaftsprotest in Wien

Kleine Zeitung: Sozialwirtschaft fordert vier Prozent Lohnplus und ist streikbereit

Vienna.at: Sozialwirtschaft-KV: Protest in Wien vor nächster Verhandlungsrunde

Niederösterreichische Nachrichten: Beschäftigte der Sozialwirtschaft sind „streikbereit“

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