Wir blicken auf die intensivste Phase des Schuljahres zurück. Die Ferien & Feiertage sind jedenfalls mehr als verdient. Zusätzlich zu den Herausforderungen des Arbeitsalltags in Schule und Büro haben wir, mit dir und deinen Kolleg:innen im letzten Monat auch noch eine Streikbewegung aufgebaut. Damit setzten wir ein deutliches Zeichen der Stärke. Darauf können wir stolz sein!
Wir haben zwei Ziele:
1) Die Arbeitgeber versuchen in unseren laufenden Gehaltsverhandlungen sogar einen Ausgleich der Teuerung zu verweigern. Wir aber kämpfen für höhere Gehälter!
2) Die Stadtregierung organisiert Kürzungen, während für sinnlose Bauprojekte und gigantische Funktionärsbezüge Geld da ist. Wir fordern ein gesundes Arbeiten und das Jobticket!
Die BiM wird nun über die Weihnachtsferien mit dem Dezembergehalt die Stunden für die Arbeitsniederlegungen abziehen. Uns haben dazu Fragen erreicht, daher wollen wir das hier erklären:
Minusstunden bei der Betriebsversammlung am 26. November
Die Stunden der Betriebsversammlung mit Demo im November stehen als Minusstunden im Monatsjournal, wie bei einem Zeitausgleich. Sie fließen ins Arbeitszeitkonto ein, das bis zum Sommer läuft. Schreib also jede einzelne Mehrstunde gut auf, auch wenn es nur um Minuten geht: zum Beispiel längeres Bleiben weil Kind nicht abgeholt oder früheres Kommen weil zu viel zu tun in der Organisationszeit. So gleicht sich das dann bald aus.
Es gilt die tatsächliche Teilnahme an der BV, die in die Arbeitszeit fällt. Wer Dienstzeit verlegt hat, hat weniger oder keine Minusstunden, weil schon eingearbeitet. Wer krank war hat keine Minusstunden.
Gehaltsabzüge wegen der Streiks am 4., 11. und 16. Dezember
Die Stunden der Streiks im Dezember werden direkt vom Gehalt in den Weihnachtsferien abgezogen. Es kann sein, dass am Ende der Kollektivvertrags-Verhandlungen vereinbart wird, dass dies zurückgezahlt wird, dafür gibt es aber keine Garantie. Falls nicht, bekommen Gewerkschaftsmitglieder einen Großteil aus dem Streikfonds zurückerstattet.
Abgezogen werden nur die Zeiten, in denen ich sonst gearbeitet hätte. Bei Dienstverhinderung, Krankenstand oder Dienstzeitverlegung wird nichts abgezogen. Berechnet wird nach den Aufzeichnungen der Teamleitungen, nicht nach den Streik-Anmeldelisten. Die Unterschriftenlisten am Streiktag selbst sind für die Erfassung der Streikzeit durch das Streikkomitee, sie werden nicht an die Geschäftsführung weitergegeben, sondern nur an die Gewerkschaft für die Zahlungen aus dem Streikfonds.
Warum zieht die BiM die Stunden ab?
Für die Geschäftsführung der BiM und die Stadt Wien ist es billiger, wenn wir weniger verdienen. Deswegen sind sie auch gegen die Streiks und wollen sie erschweren.Sie hoffen darauf, dass sich einzelne durch Stundenabzüge abschrecken lassen. So ein Stundenabzug wird versucht als Druckmittel einzusetzen, damit weniger Menschen sich für ein höheres Gehalt stark machen – sie wollen uns damit schwächen.
Ist es das wert?
Wir wissen: Die Abzüge sind einmalig. Jede Gehaltserhöhung, die wir erreichen kommt Monat für Monat auf unser Konto. Zusammenhalten zahlt sich also auf jeden Fall aus. Was wir in der BiM heute verdienen, wurde in der Vergangenheit mit viel Einsatz und auch unter Abzügen erstreikt!
Streik bringts – ein Beispiel
Unsere Arbeitsniederlegungen haben sich schon jetzt mehr als ausgezahlt, da sie das schlechte Angebot der Arbeitgeber verbessert haben. Die Abzüge sind einmalig, unser Gehalt gilt aber langfristig. Innerhalb der nächsten zwei Jahre (so lange würde der KV nach aktuellem Angebot abgeschlossen werden) haben wir längst alle investierten Stunden mit Zins und Zinseszins zurück.
Das es was bringt, kann man auch nachrechnen. Ein Beispiel: eine Kollegin in Verwendungsgruppe 7/Gehaltsstufe 5 hat einen Brutto-Stundenlohn von 21€. Wenn sie 5 Stunden streikt, sind diese Stunden rund 100 € wert. Durch unsere Streiks und Demos konnten wir das schlechte Angebot der Arbeitgeber um – bei diesem Beispiel-Gehalt – über 200€ pro Jahr steigern. Auf dieses Plus wird dann jedes Jahr aufgebaut. Das summiert sich z.B. nach 10 Jahren auf mehrere tausend Euro auf ihrem Konto. Und auf dem Konto aller anderen in unserem Betrieb und der Branche.
Jede Streikstunde ist also mehr Wert! Wir lassen uns deshalb von Stundenabzügen sicher nicht austricksen.
So geht es weiter!
Im Jänner gehen die Verhandlungen wie auch die Proteste jedenfalls weiter. Das Aktionskomitee trifft sich am 8. und am 15. Jänner, um weiter zu planen. Das Betriebsratsteam trifft sich am 14.1. und fährt gemeinsam zur österreichweiten BR-Konferenz am 21.Jänner in Graz. Wir stehen zusammen. Denn gemeinsam sind wir stark!


