In der Nacht von Montag auf Dienstag sind unsere Gehaltsverhandlungen im Kollektivvertrag abgeschlossen worden – unsere Betriebsratsvorsitzende Selma hat gegen diesen Abschluss gestimmt. Das Ergebnis der Verhandlungen: Die Gehälter in der privaten Sozialwirtschaft werden 2026 mit 1.4. um 2,6% Prozent angehoben (= 1,95% im Durchschnitt für 2026). Der Gehaltsabschluss wurde für zwei Jahre vereinbart. Ab 1.1.2027 steigen die Gehälter um 2,3% – 2,5% (abhängig von der Inflationsrate). Weiters gibt es noch Verbesserungen im Rahmenrecht (z.B. für Teilzeitbeschäftigte).
- Der geplante Streik und die Demo am Donnerstag sind damit abgesagt.
- Der Betriebsrat lädt zu einer Online-Betriebsversammlung am 29.1. von 9:00 – 10:30 ein. Den Link hast du per Mail bekommen. Die Teilnahme an der Betriebsversammlung zählt als Arbeitszeit, solltest du zu dem Zeitpunkt schon Dienstbeginn haben.
- Fix ist: Wir kämpfen jedenfalls weiter für gesunde Arbeitsbedingungen, mehr Personal und die Jahreskarte!
- Das Ergebnis im Detail: Gewerkschaft GPA
Was bedeutet dieser KV-Abschluss genau?
Wir alle in der BiM erhalten nun ab 1.4. mehr Geld. Da alles teurer wird, ist es einerseits wichtig, dass es endlich bald eine Gehaltserhöhung gibt. Die gibt es nicht automatisch, sondern nur durch die Verhandlungen der Gewerkschaften. Wir müssen unsere Kosten decken, einkaufen, unsere Miete bezahlen und unsere Familien versorgen.
Aber: Die Preise im letzten Jahr sind stark gestiegen. Diese Gehaltserhöhung kann das nur teilweise ausgleichen – sie liegt unter der durchschnittlichen Teuerungsrate des letzten Jahres von 3,2 Prozent. Und für viele ist die reale Inflation noch um einiges höher. Das heißt: Die Preise steigen aktuell schneller als unsere Gehälter.
Warum ein Gehaltsabschluss unter der Inflationsrate?
Hinter den Unternehmen unserer Branche steht die Politik, die mit Steuergeld viele Betriebe finanziert. Die BiM z.B. gehört zu 100% der Stadt Wien. Die Regierungen wollen ihre Budgets sanieren und gleichzeitig Geld in Militär und Großbauprojekte stecken ohne die großen Profite und Gewinne dafür anzugreifen. Daher machten sie massiven Druck und Kürzungsdrohungen auf die Unternehmensführungen, umden Gehaltsabschluss so niedrig wie möglich zu halten. Deswegen waren die Verhandlungen für die Gewerkschaften und Betriebsräte dieses Jahr besonders schwierig.Unter diesem Druck war die Mehrheit im Verhandlungsteam, bestehend aus Betriebsrät:innen aus der gesamten Branche, bereit zu dem Kompromiss: Sie haben zugestimmt, dass dieser Abschluss angenommen wird.
Unsere Betriebsratsvorsitzende Selma hat nicht zugestimmt. Als besonders stark organisierte Belegschaft stehen wir in der BiM öffentlich dafür ein, dass keine Kürzungen hingenommen werden: Weder bei Arbeitsplätzen, noch beim Gehalt. Wir waren dafür, diesen Kampf bei den Gehaltsverhandlungen weiterzuführen und weder einen Abschluss unter der Teuerungsrate, noch auf zwei Jahre zu akzeptieren.
Was haben wir durch unsere Streiks gemeinsam erreicht?
Wir haben mit unseren Streiks trotzdem viel bewegt. Sie haben enormen öffentlichen Druck aufgebaut: Dadurch haben wir den Gehaltsabschluss immer weiter nach oben verbessert. Wir waren in den Medien, haben tausende Elternbriefe ausgegeben und unzählige Gespräche geführt. Wir haben klar gesagt, dass es mehr und nicht weniger soziale Versorgung in diesem Land braucht!
Konkret hat sich das Gehaltsangebot der Arbeitgeber dadurch Stück für Stück verbessert. Das heißt nicht, dass wir mit dem Abschluss zufrieden sind. Aber wir wissen: Gemeinsam haben wir ihn durch unseren Einsatz verbessert – für uns und für tausende Kolleg:innen in Pflege, Betreuung und der sozialen Arbeit.
Bleiben die Gehaltsabzüge?
Diese Verbesserungen waren die Streiks und auch die Gehaltsabzüge jedenfalls wert. Der Arbeitgeberverband SWÖ empfiehlt nun seinen Mitgliedsbetrieben (also auch der BiM) die Rückzahlung unserer Streikabzüge. Es ist noch nicht klar, ob sich unsere neue Geschäftsführung daran halten wird. Aber auch wenn sie sich dagegen entscheiden, wissen wir: Es zahlt sich trotz alledem aus zusammenzuhalten! Sollte es hier keine Rückzahlung durch die BiM geben, haben Gewerkschaftsmitglieder Anspruch auf Zahlungen aus dem Streikfonds. Mehr Infos dazu folgen.
Unsere Streiks und wie es weitergeht
Da die Gehaltsverhandlungen nun abgeschlossen sind, sagen wir unseren geplanten Streik ab. Der Druck durch die Streikdrohung hat in der letzten Verhandlungsrunde das Angebot noch verbessert. Aber den Streik jetzt durchzuführen, wäre nicht effektiv. Das heißt aber nicht, dass es nicht weitergeht:
Wir haben unsere Streiks zu den Gehaltsverhandlungen auch genutzt, um wichtige Forderungen an die Verantwortlichen in der Stadt Wien zu betonen: gesunde Arbeitsbedingungen durch Entlastung und die Jahreskarte. Die gewonnenen Erfahrungen der letzten Monate werden uns dabei helfen. Wir haben gezeigt und erlebt: Gemeinsam sind wir stark! Die nächsten Schritte besprechen wir in den kommenden Betriebsversammlungen und gehen sie gemeinsam an!


