9.3.: Betriebsversammlung zum Internationalen Frauentag

sanb 0903

9.3.2025, 15:00 – 17:00, Mariahilfer Straße 60, Ecke Zollergasse

Gemeinsame Kundgebung und Betriebsversammlungen im öffentlichen Raum von Kolleg:innen aus dem Gesundheits-, Bildungs-, Pflege- und Sozialbereich

Wie schon in den letzten Jahren ruft der Betriebsrat wieder zu einer Betriebsversammlung anlässlich des Internationalen Frauentags auf. Heuer findet weltweit am 9. März der „Global Womens Strike Day“ statt (weil der 8. März ein Sonntag ist). Für eine Belegschaft, die zum überwiegenden Teil aus Frauen* besteht und die im Carearbeitssektor beschäftigt ist, ist dies von großer Relevanz und Wichtigkeit.

Deswegen beteiligen wir uns im Rahmen unserer Betriebsversammlung wieder an einer gemeinsamen Kundgebung mit anderen Belegschaften und Kolleg:innen, die von „Sozial, aber nicht blöd“ organisiert wird. Das Anmeldeformular wird noch ausgeschickt, besprecht bis dahin im Team, wer teilnehmen möchte!

Aufruf von „Sozial, aber nicht blöd“

Raus zum Internationalen Frauenkampftag* – Feministisch. Solidarisch. Streikbereit!

Wir zahlen nicht für Eure Kriege! Die Mächtigen dieser Welt produzieren aktuell Kriege, Krisen und grenzenloses Leid!

Wir, die Beschäftigten aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildung und Pflege bringen unsere Arbeit an die Öffentlichkeit und trotzen dieser niederträchtigen Politik. Wie viele andere in diesem Land kämpfen wir mit den explodierenden Lebenshaltungskosten. Denken wir nur an die Mieten!

Gleichzeitig erleben wir die Vernichtung und den Diebstahl kollektiven Reichtums: bei den Sozialversicherungen, Sozialeinrichtungen, in der Bildung,… Wir verlieren dabei eine Menge an Erwerbsarbeitsstellen. Die unbezahlte Carearbeit und die Chancenungleichheit steigen dadurch erheblich an. Dazu Tag um Tag die unerträgliche Gewalt an queeren Personen, die aktuell völlig unbeachtet bleibt und die Gewalt an Frauen, die regelmäßig in Femizide gipfelt.

Patriarchale Unterdrückung und neoliberale Umverteilung von unten nach oben sind zwei Seiten derselben Medaille. Zum internationalen feministischen Kampftag stehen wir gegen all das auf, was uns das Leben jeden Tag schwerer macht: Als Frauen, als queere Menschen, als Beschäftigte. Der weiblich dominierte Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich steht kurz vor dem Kollaps – und die Regierung nimmt diesen gesellschaftlichen Verfall in Kauf. Die Folgen tragen wir als Beschäftigte mit unerträglichen Arbeitsbedingungen, unter Personalmangel und mit Niedriglöhnen.

Die Krisen sind kein Naturgesetz – sie werden politisch gemacht.

Gleichzeitig setzen Rechte und Regierungsparteien auf Spaltung und rassistische Hetze. Selbstbestimmungsrechte von Frauen und Mädchen werden systematisch angegriffen: Die Verweigerung des Grundrechts auf Schwangerschaftsabbruch von FPÖVP und das geplante Kopftuchverbot an Schulen sind Ausdruck derselben patriarchalen Logik. Die Hetze gegen migrantische Frauen, Mädchen und Kinder zielt auch darauf ab, sie aus dem gesellschaftlichen Leben zu drängen. Auch dagegen kämpfen wir gemeinsam!

Unsere Kämpfe sind international – unsere Solidarität auch.

Wir erleben einen globalen kapitalistischen Wettlauf, dem im Namen der Profit- maximierung alle unterworfen werden, die nicht gerade in Armut getrieben oder massakriert werden. Ressourcen werden aus uns Menschen und dem Planeten gepresst, als gäbe es kein Morgen. Kriege wie in der Ukraine, die völkerrechtswidrige und brutale Aneignung von Land im Westjordanland, die Invasion und der Massenmord in Israel, Vernichtung und Genozid in Gaza, Vertreibungen wie im Sudan, imperialistische Machtpolitik wie in Venezuela und die Angriffe auf Rojava sind die Folgen – und Frauen, Kinder und queere Menschen sind davon am härtesten betroffen.

Doch überall gibt es Widerstand – von unseren Streiks im Sozialbereich bis zu den mutigen und unerschrockenen Massenprotesten der Frauen und Arbeiter:innen im Iran, Rojava und anderen Teilen der Welt. Wir stehen gemeinsam mit unseren Schwestern und Geschwistern auf der gesamten Welt auf – für eine Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung! Her mit dem ganzen Leben!

Unsere Stärke liegt in der Organisierung – auf der Straße und in den Betrieben… in Schulen, Unis, Krankenhäusern, Büros, Wohneinrichtungen und in der Pflege, bzw. in vielen anderen Branchen, die von uns Frauen am Laufen gehalten werden. Die existenziellen Krisen, die uns die Umverteilung von „Unten nach Oben“ beschert, machen uns bewusst, dass es an der Zeit ist, uns als Beschäftigte zu organisieren und dagegen anzukämpfen.

Mit branchenübergreifenden Betriebsversammlungen im öffentlichen Raum, rund um den 8. März, tragen wir feministische Forderungen in die Betriebe und den gewerkschaftlichen Kampf auf die Straße! Denn ohne uns läuft in diesem Land und auf dieser Welt nichts!

Wir fordern: Statt Aufrüstung und Konzernsubventionen – Gesundheit, Bildung und Soziales voll ausfinanzieren, so dass für alle, die hier leben, eine gute Versorgung gesichert ist!

Gute Löhne, Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden ohne Lohneinbußen und mit ausreichend Personal! Arbeit darf nicht krank machen! Schluss mit der Doppel- und Dreifachbelastung durch Erwerbs- und Sorgearbeit. Es braucht hochwertige, öffentliche Einrichtungen für die Bildung und Betreuung aller Kinder in diesem Land!

Wir fordern betriebliche Fürsorge, um die Arbeitsbedingungen endlich auch den

Bedürfnissen und dem Wohlbefinden von Frauen anzupassen.

Wir fordern ein Gesundheitssystem, das auf Präventivmedizin setzt und sich

gleichzeitig chronischen Erkrankungen und der Schmerztherapie eingehend widmet. Der Gender Health Gap muss durch adäquate Kommunikation mit Patient:innen und einer fokussierten Forschung überwunden werden! Es braucht Widerstand gegen die misogyne und rassistische Medizin in Österreich. Und zwar von uns allen!

Menschen mit Behinderungen werden durch die anhaltende Diskriminierung und die Kürzungspolitik der Regierung noch stärker in ihren Lebenszusammenhängen behindert und entmündigt. Wir verlangen die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention, die zwar 2008 ratifiziert, aber nie in ihrer Gesamtheit umgesetzt wurde! Volles Selbstbestimmungsrecht für Frauen, queere Personen und Mädchen – überall!

Keine Kriege, kein Imperialismus!

Höchste Priorität für Umwelt- und Klimaschutz!

Holen wir uns das Geld von den Reichen!

Wir halten zusammen – als Kolleg:innen, Nachbar:innen und Freund:innen! Gemeinsam gehen wir auf die Straße, um sichtbar gegen jede Bevormundung und gegen jede Einschränkung unserer Rechte auf Selbstbestimmung zu kämpfen.

Organisieren wir uns! Für ein selbstbestimmtes Leben – frei von Gewalt, Sexismus, Rassismus und jeder Form von Unterdrückung!

Download: Flugblatt von „Sozial aber nicht blöd“

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