FAQ zum Thema Arbeitszeitverkürzung

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Was ist Arbeitszeit?

Arbeitszeit sind alle Zeiten, die ich meiner Arbeitgeberin zu Verfügung stehe. Arbeitszeit ist u.a. am Arbeitsplatz, unterwegs zur Klientin oder zu Hause bei Vorbereitungsarbeiten. Das gilt auch für Arbeitsbereitschaft und Rufbereitschaft.

Es ist auch Arbeitszeit,

… wenn ich zu Hause auf der Couch mit der Bereichsleitung über die Diensteinteilung telefoniere.

… wenn ich von einer Klientin zur anderen fahre.

… wenn ich meinen Dienst antrete, aber aufgrund von Fehlplanungen nichts für mich zu tun ist.

… wenn alle BewohnerInnen schlafen und ich zur Verfügung stehe, falls jemand etwas braucht.

Was ist Arbeitszeitverkürzung (AZV)?

Eine Arbeitszeitverkürzung im Kollektivvertrag bedeutet, dass alle Beschäftigten dieser Branche weniger arbeiten müssen. Derzeit muss eine Vollzeitangestellte  nach Kollektivvertrag im Sozial- und Gesundheitsbereich 38 Stunden in der Woche arbeiten. Durch eine Arbeitszeitverkürzung muss eine Vollzeitangestellte dann weniger Stunden in der Woche arbeiten, unser Ziel sind maximal 35 Stunden in der Woche.

Eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung würde für alle Beschäftigten in Österreich gelten, die letzte war 1975, also vor mehr als 40 Jahren – da wurde die 40 Stunden-Woche eingeführt.

Was bedeutet die Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden für mich wenn ich Vollzeit arbeite?

Als Vollzeitangestellte mit derzeit 38 Stunden musst du dann nur mehr 35 Stunden arbeiten, und bekommst aber das gleiche Gehalt wie vorher. Du hast also jede Woche drei Stunden mehr Freizeit!

Was bedeutet die Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden für mich als Teilzeitbeschäftigte?

Als Teilzeitbeschäftigte arbeitest du weniger Stunden als eine Vollzeitbeschäftigte. An der Anzahl deiner vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden ändert sich jedoch ohne deiner Zustimmung nichts. Jede einzelne Stunde ist dann mehr wert! Im Durchschnitt steigt dein Lohn/ Gehalt bei einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden um rd. 8%.

Was heißt „Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn-/Gehaltsausgleich“?

Bei Vollzeit musst du weniger Stunden arbeiten, aber dein Lohn/Gehalt bleibt gleich. Bei Teilzeit arbeitest du gleich viele Stunden wie vorher, aber dein Lohn/Gehalt steigt.

Was bedeutet „Arbeitszeitverkürzung bei vollem Personalausgleich“?

Damit man nicht dieselbe Arbeit in weniger Zeit leisten muss (=Arbeitsverdichtung), ist es unbedingt erforderlich, dass bei einer Arbeitszeitverkürzung – gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich – mehr Personal einzusetzen. Also muss anteilsmäßig zur Reduzierung der Arbeitszeit auch eine Reduzierung der Arbeitsaufgaben, Klientenzahlen, Fallzahlen, … durch den Arbeitsgeber organisiert werden. Die dadurch frei werdende Arbeit ist durch zusätzliche Beschäftigte oder durch das Stundenaufstocken bei Teilzeitbeschäftigten, die das wollen, zu leisten. Nur so kann gewährleistet werden, dass Arbeitszeitverkürzung nicht zu Arbeitsverdichtung und Arbeitsüberlastung, sondern tatsächlich zu mehr Beschäftigung führt.

Werden 37 Stunden ab Jänner 2022 als Vollzeitbeschäftigung gerechnet, oder gibt’s da wieder irgendeine Klausel, die unsere Berufssparte nicht betrifft?

Die Arbeitszeitverkürzung betrifft – zum Glück – auch uns. Das heißt:

  • Vollzeitbeschäftigte arbeiten eine (Kinder-)Stunde weniger, verdienen aber gleichviel
  • Teilzeitbeschäftigte verdienen pro Stunde mehr, sodass für die gleiche Arbeitszeit mehr Gehalt entsteht (ca. 2,7%)

Wie genau beeinflußt eine 32-Stunden-Woche (Teilzeitstelle bei der BiM in diesem Fall) meine Pension? ( Ichhabe gelesen, dass bei einer 30-Stunden-Woche, am Ende 20% abgezogen werden).

Teilzeit beeinflusst die Pension insofern, dass man mit Teilzeit normalerweise weniger verdient als mit Vollzeit. Grundsätzlich wird jedoch die Pension ausschließlich vom Einkommen gemessen, nicht von den Stunden. Wer also für 10 Stunden 2.000 verdient, bekommt eine höhere Pension als jemand, der für 20 Stunden 1.000 Euro verdient.

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