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Mehrstunden
oder
Überstunden?

Mehrstunden oder Überstunden –
wann steht welcher Zuschlag zu?

Mehrstunden

Als Mehrarbeit wird jene Arbeit bezeichnet, die zwischen dem vereinbarten Normalarbeitszeitausmaß, das im Arbeitsvertrag steht (z.B. 32 Wochenstunden) und der gesetzlichen Normalarbeitszeit (40 Wochenstunden) geleistet wird. Erst wenn über das gesetzliche Normalarbeitszeitausmaß hinaus gearbeitet wird, fallen Überstunden an. Bei uns gilt der Kollektivvertrag „Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), in diesem ist man mit 38 Wochenstunden vollzeitbeschäftigt. Trotzdem heißt die 39ste und 40ste Wochenstunde Mehrstunde, aber mit 50% Zuschlag. Bei den Mehrstunden für Teilzeitbeschäftigte gibt es für die ersten 2 in der Woche leider keinen und ab der 3. Stunde ein Zuschlag von 25%.

Überstunden

Überstundenarbeit liegt vor, wenn die gesetzlich zulässige wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden oder die tägliche Normalarbeitszeit von 8 Stunden überschritten wird. Erst ab der 41sten Wochenstunde bzw. ab der 9. Tagesstunde sind es Überstunden mit einem Zuschlag von 50 Prozent.

Grenzen der Mehr- und Überstundenarbeit

Bei Vorliegen eines erhöhten Arbeits-bedarfes können Mehr-/Überstunden vereinbart werden. Die Tagesarbeitszeit darf dabei nach wie vor grundsätzlich 10 Stunden lt. KV nicht überschreiten.

Achtung: ArbeitnehmerInnen dürfen zur Mehr-/Überstundenarbeit nur dann herangezogen werden, wenn keine berücksichtigungswürdigen Interessen des/der ArbeitnehmerIn verletzt werden.

Eine derartige Abwägung der unterschiedlichen Interessen kann im Einzelfall sehr schwierig sein. Lehnt ein/e ArbeitnehmerIn – ohne entsprechend berücksichtigungswürdige Gründe zu  haben – regelmäßig die Überstunden-leistung ab, kann dies allerdings Folgen haben – dies bedeutet in unserem Fall z.B. dass es am Standort zu Querelen kommen kann und die Direktion oder Freizeitleitung verlangen, dass man den Standort wechselt.

Nicht als Zeitausgleich verbrauchte Mehr- und Überstunden werden mit dem entsprechenden Zuschlag ausbezahlt.

Bitte kontrolliere regelmäßig deinen Gehaltszettel, ob alle Mehr-/Überstunden berücksichtigt wurden!