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Pflegefreistellung

Wenn du wegen der Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden erkrankten nahen Angehörigen nicht arbeiten gehen kannst, hast du Anspruch auf bezahlte Pflegefreistellung.

Nahe Angehörige sind EhegattInnen, eingetragene PartnerInnen und LebensgefährtInnen, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, leibliche Kinder (auch wenn man mit ihnen nicht zusammen wohnt), im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder von EhegattInnen, eingetragenen PartnerInnen und LebensgefährtInnen, Enkel, Urenkel, Adoptiv- und Pflegekinder.

Es besteht Anspruch auf Pflegefreistellung bis zum Ausmaß von einer Woche pro (individuellem) Arbeitsjahr. Eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche gibt es, wenn das Kind noch nicht 12 Jahre alt ist und neuerlich pflegebedürftig krank wird. Für die Betreuung des Kindes im Krankenhaus kannst du Pflegefreistellung nehmen, wenn das Kind das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Pflegefreistellung kann man auch dann nehmen, wenn man wegen der notwendigen Betreuung des gesunden Kindes an der Arbeit verhindert ist, weil die Person, die das Kind ständig betreut, aus schwerwiegenden Gründen ausgefallen ist.

Grundsätzlich musst du alles tun, damit es zu keiner Arbeitsverhinderung kommt. So ist z.B. eine Pflegefreistellung nicht notwendig, wenn eine andere geeignete Person die Pflege übernehmen kann. Allerdings wird davon ausgegangen, dass du deine Angehörigen selbst pflegst und keine dritten Personen die Pflege übergeben. Sind etwa beide Elternteile berufstätig, kann nicht der Arbeitgeber bestimmen, wer von den beiden Elternteilen beim kranken Kind bleibt.