Solidarität statt Krisen! Kämpfen wir für ein gesundes und gutes Leben!

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Aufgrund der grassierenden Unsicherheit und medial präsenten Proteste im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen, haben unsere VertreterInnen des Sozial- und Gesundheitsbereichs in der GPA (Wirtschaftsbereich 17) sowie die IG Social Wien folgenden Aufruf beschlossen:

Viele KollegInnen stehen im wahrsten Sinne des Wortes am Rande des Abgrunds. Die einen, weil sie vor lauter Angst vor einer Ansteckung psychisch nicht mehr können. Die anderen, weil ihre Gesundheit von der Pandemie geschädigt wurde oder täglich am Arbeitsplatz gefährdet wird. Wieder andere, weil sie nicht mehr genug Geld zum Leben haben. Das gilt vor allem für KollegInnen, deren Betriebe geschlossen wurden oder werden, für jene in Kurzarbeit, für die horrende Zahl an Arbeitslosen.

Schon am Beginn der Pandemie, welche die bereits zuvor begonnene Wirtschaftskrise noch weiter verschärfte, hat die Regierung groß getönt: „Koste es, was es wolle“. Was sie damit wirklich meint ist: Koste es uns Arbeitende, was die Konzerne und Superreichen wollen. Für uns hingegen gibt es nichts oder im besten Fall ein paar Brösel vom reich gedeckten Gabentisch von WKÖ und Industriellenvereinigung. Gerade im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich powern wir uns seit Monaten aus, um trotz der schwierigen Situation das Beste für unsre KlientInnen, PatientInnen, Menschen mit Behinderung, MieterInnen, KundInnen, Kinder & Jugendlichen, … zu geben. Viele von uns sind am Limit. Aber wo sind die Millionen und Milliarden an Hilfsgeldern, damit unsere Arbeitsbedingungen endlich besser werden?

Einige KollegInnen vertreten vor lauter Existenzangst Positionen zur COVID-19-Pandemie, die den Fakten widersprechen oder aus dem Zusammenhang gerissen sind. Sie sehen es nicht oder sehen nichts dabei, dass sie mit Rechtsradikalen marschieren und ihnen damit eine Bühne geben. Verzweiflung ist kein guter Ratgeber. Kämpfen wir gegen die Ursachen ihrer Verzweiflung und nicht gegen ihre Symptome, kämpfen wir für ein gesundes und gutes Leben! Erfüllen wir, was bei der Gründung des ÖGB als eine seiner wichtigsten Aufgaben definiert wurde, indem wir uns gegen antisemitische und faschistische Tendenzen stellen!

Überlassen wir die Verzweifelten nicht den Ewiggestrigen mit ihren scheinbaren Lösungen. Bieten wir ihnen einen echten gewerkschaftlichen Ausweg, für den wir gemeinsam mit ihnen kämpfen werden:

  • Gemeinsam gegen prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitslosigkeit und Massenverarmung – gemeinsam für Arbeitszeitverkürzung, ein unbefristetes Arbeitslosengeld mit 80% Nettoersatzrate und Löhne, die ein gutes Leben ermöglichen!
  • Gemeinsam gegen Rechtsextremismus, Fakenews und Verschwörungsmythen!
  • Gemeinsam für den massiven Ausbau des Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereiches!
  • Her mit der Millionärssteuer und einer Wertschöpfungsabgabe – gemeinsam für eine Welt ohne Wirtschafts-, Klima- und Gesundheitskrisen!

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