ETAPPENSIEG in den Verhandlungen: Freizeitpädagogik bleibt eigenständiges Berufsbild!

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+ Freizeitpädagogik eigenständiger Bereich mit unseren Kernaufgaben an erster Stelle

+ Ausbau der Ausbildung statt Kürzung des PH-Lehrgangs

+ einheitliche Rahmenbedingungen werden Österreichweit angestrebt

In den Verhandlungen mit dem Bildungsministerium ist ein Etappensieg gelungen: Erstmals hat das Bildungsministerium schriftlich zugesichert, dass die Freizeitpädagogik eigenständig erhalten bleibt!

„In der Sitzung vom 12.10.2023, die gemeinsam mit den Arbeitgebervertretern stattfand, stand der Austausch über die verschiedenen Standpunkte und Interessenslagen im Vordergrund. In diesem Zusammenhang wurden sowohl Konsens- als auch Dissenspunkte identifiziert, was die zukünftige Organisation und Ausgestaltung des Bereichs der Freizeitpädagogik betrifft.

GPA, Betriebsrät:innen und BMBWF (Bildungsministerium) sind sich einig, dass

a) österreichweit einheitliche Rahmenbedingungen für Kinder, Erziehungsberechtigte und Freizeitpädagog:innen gewährleistet sein sollen und

b) eine nachhaltige Absicherung der Finanzierung dieses Bereichs anzustreben ist.

c) die Freizeitpädagogik einen wichtigen eigenständigen Bereich im schulischen Gesamtkontext darstellt und die spezifischen Kernaufgaben und Funktionen weiterhin an erster Stelle stehen müssen, auch wenn es zu der angedachten Flexibilisierung bezüglich weiterer pädagogischer Tätigkeitsfelder kommt (z.B. zeitweise pädagogische Unterstützung von Kindern im Unterricht).“

Mit der Anerkennung von Freizeitpädagogik als einen wichtigen eigenständigen Bereich und die Absicherung des Berufsbildes als eigenständige Profession ist ein weiteres Ziel der Betriebsrät:innen und GPA in den Verhandlungen gelungen.

Es gibt auch Einigkeit darüber, dass die Verhandlungen Verbesserungen bei den Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards von Freizeitpädagog:innen erzielt haben. Es soll zu keiner Kürzung, sondern sogar einem Ausbau und qualitativer Aufwertung der Ausbildung von Freizeitpädagog:innen kommen.

Dennoch sind noch viele Fragen betreffend Details des Berufsbildes offen. Ungeklärt ist auch noch alles, was Arbeitszeit, Gehalt und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen betrifft. Hier haben unser Verhandlungsteam und das Bildungsministerium noch sehr unterschiedliche Vorstellungen. Vereinbart wurde aber, weiterhin im Gespräch zu bleiben, um organisatorische Lösungsoptionen weiter auszuloten und fachlich/inhaltliche Fragen, insbesondere das Berufsbild und die Bezahlung betreffend, möglichst umfassend abzuklären. Es soll weiterhin zügig gemeinsam an einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung gearbeitet werden. Bis Weihnachten sollen mehrere Verhandlungsgespräche stattfinden.

Dies ist ein Ergebnis des Drucks, den unsere Protestaktionen (Betriebsversammlung und Fotoaktion) sowie unser erneuter Streikbeschluss gemacht hat. Eine wichtige Forderung ist durchgesetzt: Keine Abtwertung der Freizeitpädagogik zur Assistenzpädagogik!

Verhandlungen werden fortgesetzt: Noch VIELES offen

Die allermeisten konkreten Rahmenbedingungen sind nach wie vor offen. Die Positionen liegen noch weit auseinander. Es wurde vereinbart, bis Weihnachten zügig und lösungsorientiert weiter zu verhandeln. Wir rechnen also damit, dass es vor Weihnachten weitere Ergebnisse gibt, über die wir als Belegschaft dann beraten und abstimmen müssen.

Wie geht es weiter mit Streiks und Protesten?

Der Zwischenerfolg in den Verhandlungen verschafft uns etwas Zeit; aber wir sind leider noch lange nicht am Ziel. Von den Regelungen im Schulgesetz wird viel von unseren Arbeitsbedingungen in Zukunft abhängen. Im Betriebsrat und Streikkomitee werden wir jeden Schritt in den Verhandlungen genau beobachten, einschätzen und informieren. Eine Leitlinie ist dabei auch das Ergebnis der Forderungsbefragungen in den Teams, die wir im Streikkomitee ausgewertet haben

Die Verhandlungen sind damit nicht beendet, das Gesetz nicht vom Tisch und unser Arbeitskampf leider auch noch nicht zu Ende: Wir müssen dranbleiben. Das Ministerium will immer noch weitreichende Änderungen durch Einführung zusätzlicher Aufgabenbereiche und Überführung in den öffentlichen Dienst.

Der Etappensieg ist aber eine Grundlage, auf der in den Verhandlungen aufgebaut werden kann!

FAQ – Fragen & Antworten zur aktuellen Situation (pdf)

Timeline im Herbst:

  • 24.10.: Betriebsversammlung im öffentlichen Raum mit Kundgebung & Demo
  • 1.11.: Strategie-Klausur des Streikkomitees
  • 6.11.: Sitzung des Betriebsratsteams
  • 15.11.: 2.Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde SWÖ
  • 20.11.: Betriebsrät:innen-Konferenz der Sozialwirtschaft Österreich
  • Im November: Teil-Betriebsversammlung für die Teamdelegierten (geplant)
  • 27.11.: 3.Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde SWÖ
  • 29.11.: Sitzung des Betriebsratsteams
  • Ende November: mögliche Proteste und gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen zu den KV-Verhandlungen (geplant)
  • Mitte Dezember: Diskussion um die bisherigen Ergebnisse der Verhandlungen im Bildungsministerium, Urabstimmung (geplant)
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Kein Warnstreik, sondern Teamdelegierten-Versammlung

Der Brief des Ministeriums wird vom Streik- und Aktionskomitee als Erfolg gesehen. Deswegen wird der geplante Warnstreik am 22.5. nicht durchgeführt. Um die aktuelle Situation breit zu besprechen, findet stattdessen ein Teamdelegierten-Treffen statt. Dort wird weiter geplant.  

Antwortbrief des Ministeriums

Rund zwei Stunden vor Mitternacht erreichte uns in der Nacht von Montag auf Dienstag das Antwortschreiben des Bildungsministeriums. Streik- und Aktionskomitee und Betriebsrat hatten erst nach der Betriebsversammlung Zeit, sich eingehender und gewissenhaft mit dem Brief und seinen Folgen zu beschäftigten. Hier fassen wir unsere Meinung zum Brief zusammen und stellen das Antwortschreiben zum Download zur Verfügung.